1985 - 2017 Kanuslalom in Königshütte
Diese Strecke wurde 1985 von den Magdeburger Kanuten als eine der letzten Naturstrecken im Harz für den Kanuslalom entdeckt. Seitdem fanden auf dieser reizvollen Kanustrecke mit großem Aufwand Kanuslalomwettkämpfe statt. Höhepunkte waren bisher die Ausrichtung der letzten DDR-Meisterschaft 1990 sowie der Deutschen Schülermeisterschaft 1995 und der Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaft 2005. Von 1991 bis 2011 fand jährlich im Herbst die Ostdeutsche Meisterschaft auf dieser Wettkampfstrecke statt. Durch eine Reform des Wettkampfsystems im Deutschen Kanuverband müssen die Regionalmeisterschaften ab 2012 schon im Mai stattfinden. Aus Naturschutzgründen darf aber zu diesem Zeitpunkt kein Wettkampf in Königshütte stattfinden, so dass wir die traditionelle Veranstaltung im Herbst als Königshütter Harzpokal fortgeführt haben. Im Jahr 2017 war der letzte Wettkampf in Königshütte. Wegen ausgebliebener Niederschläge im Harz herrschte akuter Wassermangel in den Talsperren. Aus diesem Grund mussten wir den Wettkampf von Königshütte nach Haynsburg auf die Weiße Elster verlegen.
Wildwasserstrecke Königshütte
Die Wildwasserstrecke Königshütte ist ein Abschnitt der Kalten Bode direkt in der Ortslage Königshütte entlang der B 27 Richtung Elend. Diese ca. 400m lange Naturstrecke bietet durch die sehr schnell fließende Strömung in Verbindung mit den natürlichen und künstlichen Hindernissen sehr gute Voraussetzungen für die Kanusportler. Die Wehrabfahrt am Anfang der Strecke ist der Höhepunkt des Slalomparcours. Damit überhaupt auf der Kalten Bode gepaddelt werden kann, wird aus dem Rückhaltebecken in Mandelholz je Sekunde 5,3 ㎥ Zuschusswasser abgegeben. Für den gesamten Wettkampf werden ca. 250.000 ㎥ Wasser benötigt.
Ziel im Kanuslalom ist es, die mit 18 – 22 Toren ausgehängte Wildwasserstrecke in möglichst kürzester Zeit fehlerfrei zu durchfahren. Für das Auslassen oder Berühren eines Tores werden zu der Fahrzeit Strafsekunden addiert.
Aber was ist Kanuslalom eigentlich?
Der Kanuslalom ist ein Wettkampf, bei dem eine durch Tore vorgeschriebene Wildwasserstrecke auf bewegtem, schnell fließendem Wasser in kürzester Zeit, teils mit, teils gegen die Strömung fehlerfrei zu durchfahren ist. Angesichts der Hindernisse und Wellen ist das oft sehr schwierig. Kraft und Geschicklichkeit sind deshalb die wichtigsten Faktoren beim Kanuslalom. Die Wettkampfstrecke ist zwischen 250 m und 400 m lang . Sie wird mit mindestens 18 und höchstens 25 Toren ausgehängt. Die Tore bestehen aus ein oder zwei hängenden Stäben, wobei die grün/weißen Tore immer flussabwärts und die rot/weißen Tore immer flussaufwärts befahren werden müssen. Alle Tore müssen in numerischer Reihenfolge Kiel unten durchfahren werden, wobei der Kopf und ein Teil des Bootes die gedachte Linie zwischen den beiden Torstangen in der richtigen Richtung durchbrechen müssen. Mehrmaliges fachgerechtes Anfahren eines Tores ohne Berührung der Torstangen wird nicht bestraft. Die Torstangen dürfen weder von außen noch von innen berührt werden. Ebenso wird ein absichtliches Wegstoßen der Torstangen bestraft. Jeder Fahrer hat zwei Läufe, wobei der beste Lauf in die Wertung kommt. Zur reinen Fahrzeit gibt es noch Strafsekunden dazu: zwei Sekunden, wenn man ein Tor berührt und 50 Sekunden, wenn man ein Tor auslässt oder in der falschen Richtung befährt. Zur Ergebnisberechnung werden die Fahrzeiten und Strafpunkte addiert.
Es werden Einzel- und Mannschaftswettkämpfe ausgetragen. Bei den Mannschaftswettkämpfen gehören jeweils 3 Boote zu einer Mannschaft.
Kanuslalom wird im Kajak und im Canadier ausgetragen. Im Kajak sitzt man und hat ein Doppelpaddel. Im Canadier kniet man und hat ein Stechpaddel, d.h. ein Paddel mit nur einer Paddelfläche, dem so genannten Paddelblatt. Der Kajak wird nur als Einer gefahren. Im Canadier gibt es Einer und Zweier. Im Zweier kommt als besondere Schwierigkeit hinzu, dass sich beide Sportler fast blind verstehen müssen, denn im Wildwasser ist nicht viel Zeit für Diskussionen.
Wettkämpfe im Kanuslalom gibt es seit 1935. Weltmeisterschaften werden seit 1949 ausgetragen.
Neben Kanurennsport ist Kanuslalom eine der beiden olympischen Kanudisziplinen. Daneben gibt es auch Europameisterschaften, Weltcup-Rennen, Junioren- , Welt- und Europameisterschaften und Deutsche Meisterschaften. Im internationalen Vergleich ist Deutschland eine der Top-Vier-Nationen. Die Boote werden, wie auch die Paddel, aus Kohle- oder Kevlarfaser hergestellt, das sind leichte, aber sehr stabile Kunststoffe.